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Bild von Kelp in der Strömung
Kaltwasser

Vancouver Island

Aqua-Sure, Puderorgien und die Sosse des Todes

Nach einer unspektakulären Anreise war in Vancouver bereits der erste Verlust zu beklagen. Andreas Gepäck war in Mailand verschollen oder haben wir die falsche Destination gewählt? Der Reiseleiter organisierte für Andrea eine Mietausrüstung und für sich selbst ein paar schöne Hochsee-Finken, so dass wir am nächsten Tag komplett ausgerüstet an Bord der Nautilus Swell gehen konnten.

Nach fundierten Briefings des Captain Al zu Plan A, B oder C und anschliessenden Puderorgien ging es auf das Skiff und die Einstiege mittels unkontrollierten Torkelns rückwärts wurden zelebriert. Zumindest teilweise war letzteres sicherlich den Unmengen an Blei geschuldet, welche man hier mit sich führen musste. Zum Glück war genug Blei vorhanden, welches an Gurt, an Bleigurten und schlimmstenfalls auch an der Flasche angetaped wurde. Einige Mitreisende bevorzugten zuweilen aus Umweltschutzgründen das bleifreie Tauchen. Vielleicht war es aber auch nur Bequemlichkeit oder Vergesslichkeit?
 

Weil das Wasser schrecklich kalt war, wurden alle zur Verfügung stehenden Unterzieher wild kombiniert. Nur einer zeigte sich unbeeindruckt von der Kälte, Captain Al stieg in Jeans und T-Shirt in seinen verwarzten, mudrigen Anzug. Fortan nannten wir diese verwegene Kombination den Al Style. Für gelernte Mitteleuropäer ist dieser Style nur bedingt nachahmenswert, weil er unkontrollierte Kältezuckungen zur Folge haben würde.

Andreas Leihausrüstung entpuppte sich als absolut funktionsfähig und zuverlässig. Dann geschah das Unfassbare: Nach Sage und Schreibe einer Woche stellte das Gepäck dann fest, dass nicht die Besitzerin die falsche Destination gewählt hatte. Nach unzähligen Telefonaten und rührender Hilfe durch den Captain konnte die glückliche Andrea auf dem Schiff ihre Habseligkeiten wieder in die Arme schliessen.

Beim Tauchen kristallisierten sich verschiedene Vorlieben heraus: die Kelpschlampe warf vor Begeisterung ihre Lampe weg, sie mochte Mörderquallen und Killerseelöwen. Den Seelöwen durfte sie nämlich nicht einmal freundlich in die Augen schauen, da dies zu einer gewissen Aggressivität führte. Aber durch beherztes Verstecken hinter einem grossen Felsen konnte auch dieses Problem gelöst werden. Andere wiederum freundeten sich mit handzahmen Wolfsaalen an, welche mit Seeigeln gefüttert wurden. Nach einem wieder einmal erfrischenden Tauchgang freuten wir uns wie jedesmal auf die Toilette und Amandas heisse Schokolade, allerdings machte uns der Captain einen Strich durch die Rechnung. Er zwang uns mit dem Schnorchel einer riesigen Schule Delphinen nachzujagen. Für so ein einmaliges Ereignis stellt man seine Urbedürfnisse jedoch gern einmal hinten an!